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Spektakuläre Aufholjagd endet im Shootout

Die Steinbach Black Wings kämpfen sich in einem irren Spiel zu einem Punkt in Asiago. Nach einem Fehlstart mit 0:3 und 1:4 Rückstand können die Linzer im trefferreichsten Match ihrer Vereinsgeschichte ausgleichen und gehen im Schlussabschnitt selbst zweimal in Führung. Diese bringen die Gäste aber nicht über die Zeit und müssen sich so schlussendlich im Penaltyschießen geschlagen geben.

Asiago Hockey Steinbach Black Wings Linz 8:7 n.P. (3:0, 2:4, 2:3, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 William Rapuzzi (6. Min), 2:0 Nicolas Saracino (10. Min), 3:0 Nicolas Saracino (15. Min), 4:1 Michele Marchetti (33. Min), 5:2 Michele Marchetti (38. Min), 6:6 Giordano Finoro (52. Min), 7:7 Stefano Marchetti, 8:7 William Rapuzzi (entscheidender Penalty) bzw. 3:1 Sean Collins (31. Min), 4:2 Matt MacKenzie (36. Min), 5:3 Graham Knott (38. Minu), 5:4 Andreas Kristler (40. Min), 5:5 Brian Lebler (41. Min), 5:6 Andreas Kristler (46. Min), 6:7 Graham Knott (58. Min)

Mit Thomas Höneckl zwischen den Pfosten gingen die Steinbach Black Wings am Freitagabend in das Erste von zwei schweren Auswärtsspielen innerhalb von 24 Stunden. Auf 1000 Höhenmetern im Gebirge von Asiago starteten die Linzer druckvoll und kamen gleich in den ersten Wechseln mehrmals gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Logan Roe und Brian Lebler aus der Distanz scheiterten aber ebenso wie kurz darauf Shawn St-Amant aus spitzem Winkel. Die Italiener kamen in den ersten fünf Minuten zu keinem einzigen Abschluss, schlugen mit ihrer ersten Möglichkeit aber dann sofort zu. William Rapuzzi fälschte direkt vor Höneckl einen Schlenzer unhaltbar ab und jubelte in der sechsten Minute zum 1:0 für Asiago. Ähnlich wie beim letzten Auswärtsauftritt in Ungarn mussten die Oberösterreicher trotz spielerischer Überlegenheit einem Rückstand hinterherlaufen. Am Gameplan änderte dies für die Gäste zunächst nichts, denn gleich darauf feuerten die Stahlstädter wieder in einer Tour auf das Gehäuse von Justin Fazio.

Nach einem weiteren Blueliner von Niklas Würschl, der knapp über das Tor strich, war es Martin Stajnoch der in der achten Minute die gute Möglichkeit auf den Ausgleich vorfand. Im hohen Slot bekam der Defender viel Platz, zielte aber zu zentral auf den Körper des Goalies. Anstatt selbst anzuschreiben, zeichnete sich für die Linzer aber kurz darauf ein echter Fehlstart ab. Nicolas Saracino fuhr über die rechte Seite ins Angriffsdrittel und zog von den Hashmarks einfach mal ab. Sein Schuss fand eine Lücke über der Schulter von Höneckl und landete zum 0:2 aus Sicht der Gäste in den Maschen (10. Minute).

Völlig untypisch für die letzten Wochen war die Verteidigung der Steinbach Black Wings plötzlich verunsichert. Der Tabellenvorletzte drückte und kam immer wieder brandgefährlich in die Zone der Linzer. Marchetti überlief die Hintermannschaft viel zu locker und tauchte alleine vor Höneckl auf. Der Schlussmann blieb in dieser Szene aber ruhig und bewahrte seine Teamkollegen noch vor einem größeren Rückstand. Ein katastrophales Anfangsdrittel fand aber in der 16. Minute dennoch seinen nächsten Rückschlag. Wieder verteidigten die Gäste im Slot viel zu nachlässig und konnten zu dritt Saracino nicht davon abhalten, einen Rebound im Gestocher zum 0:3 über die Linie zu drücken. Mit dem äußerst enttäuschenden Zwischenstand kehrten die Oberösterreicher ein erstes Mal zurück in die Kabine.

Black Wings kommen in verrücktem Drittel heran

Der Fokus der Steinbach Black Wings nach Wiederbeginn lag zunächst darauf, im Spiel gegen die Scheibe wieder konsequenter zu werden. Gelang Logan Roe und Co. dies in den ersten Minuten des zweiten Drittels etwas besser, wurde Asiago in der 25. Minute erneut druckvoll und kam zu den nächsten guten Möglichkeiten. Thomas Höneckl hatte bei zwei Querpässen alle Hände voll zu tun, warf sich aber erfolgreich in die Versuche der Hausherren. Angetrieben von den mehr als 60 mitgereisten Fans aus der Stahlstadt, setzten die Gäste kleine Schritte, um sich wieder in den Angriff zu arbeiten. In der 28. Minute konnte sich die erste Linie festsetzen und wurde in Person von Sean Collins wieder vor Fazio gefährlich. Der Center kam in der Mitte ganz frei zum Schuss, brachte das Spielgerät aber nicht am italienischen Goalie vorbei.

Zur Halbzeit des Spiels angekommen, sollte eine mögliche Aufholjagd der Steinach Black Wings zunächst nur kurzzeitig Formen annehmen. In der 31. Minute verkürzte Sean Collins nach einer Drangperiode auf 1:3. Nachdem Matt MacKenzie auf der linken Seite doppelt zum Schuss kam, schaltete der Stürmer im Gestocher am schnellsten. Die Hoffnungen der Gäste wehrten aber nur für knapp zwei Minuten, denn mit dem nächsten Gegenstoß baute Asiago die Führung wieder aus. Wieder kam Michele Marchetti auf der rechten Seite ungehindert zum Schuss und versenkte diesen an der Stockhand von Höneckl vorbei zum 4:1 (33. Minute). Doch die Oberösterreicher schlugen wieder nur zwei Minuten später zurück und konnten in der 36. Minute abermals verkürzen. Nach einem Schuss von St-Amant kam der Verteidiger auf der rechten Seite zum Rebound und versenkte ihn zum 2:4 aus Linzer Sicht. Ein furioser Mittelabschnitt nahm in der 38. Minute dann richtig seinen Lauf. Zunächst legte Michele Marchetti mit einem Solo wieder vor und bezwang Höneckl durch die Beine zum 5:2.

Nur knapp 30 Sekunden später schloss Graham Knott eine herrliche Kombination der zweiten Linie ab und stellte auf 3:5 aus Linzer Sicht. Als wenige Sekunden vor der zweiten Sirene dann Andreas Kristler aus ganz spitzem Winkel auf einen Nachschuss drauf hämmerte, waren die Steinbach Black Wings plötzlich wieder zurück im Spiel. Mit dem 4:5 gegen die Mannschaft von Head Coach Philipp Lukas ging ein verrücktes Match ein letztes Mal in die Pause.

Linzer bringen zweimalige Führung nicht über die Zeit

Aus dieser zurückgekommen starteten die Steinbach Black Wings perfekt und kamen nur 44 Sekunden tatsächlich zum Ausgleich. Nach herrlichem Pass von Sean Collins stand Brian Lebler in der Mitte ganz frei und drückte das Zuspiel aus kurzer Distanz zum 5:5 über die Linie. Das Match startete damit endgültig von Neuem und fand in der 43. Minute beinahe die erstmalige Führung für die Gäste. Im ersten Überzahlspiel des Abends machten die Linzer durchgehend Druck und Shawn St-Amant hatte gleich dreimal die Riesenchance auf das 6:5 am Schläger. Der Stürmer scheiterte aber jedes Mal an starken Paraden von Justin Fazio. In der 46. Minute sollte es dann aber soweit sein und die Oberösterreicher legten zum ersten Mal vor. Andreas Kristler bekam am rechten Pfosten die Scheibe und jagte sie zum großen Jubel der Stahlstädter in die Maschen.

Doch eine spektakuläre Partie war auch danach noch nicht entschieden, denn Asiago kam nach kurzer Schockstarre zurück. In der 47. Minute rettete Kilian Rappold in allerhöchster Not, als eine zurück hüpfende Scheibe um Millimeter an der Torlinie vorbeistrich. Der Youngster war gerade noch zur Stelle und bugsierte das Spielgerät aus der Gefahrenzone. In der 52. Minute bewiesen die Gastgeber aber dann auch ihre Nerven und glichen wieder aus. Giordano Finoro hievte im Getümmel vor Höneckl den Puck zum 6:6 über die Linie. Wie für dieses rekordverdächtige Spiel geschaffen, sollte aber auch dieser Zwischenstand nicht lange anhalten. Drei Minuten vor dem Ende gingen die Steinbach Black Wings abermals in Führung, als Graham Knott eine Backhand zum 7:6 in die Maschen hob. Ein Happy End für die Linzer war zum Greifen nah, doch eine fehleranfällige Defensive bestrafte sie ein weiteres Mal. Stefano Marchetti markierte nur eine Minute später den 7:7 Ausgleich.

Asiago sichert Extrapunkt

Mit diesem spektakulären Resultat nach 60 Minuten gingen beide Mannschaften in die Overtime. Im drei gegen drei hatten beide Teams jeweils zwei gute Möglichkeiten auf die Entscheidung, doch die Torhüter waren dieses Mal nicht zu überlisten. So ging es in ein Penaltyschießen, in welchem jeweils die ersten drei Schützen vergaben. William Rapuzzi sicherte Asiago im insgesamt achten Versuch den Extrapunkt.

Die Steinbach Black Wings unterlagen in ihrem trefferreichsten Duell der Vereinsgeschichte damit am Ende knapp und mussten die vierte Auswärtsniederlage in Serie hinnehmen. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Stahlstädtern aber nicht, denn bereits morgen sind Brian Lebler und Co. beim nächsten schweren Gang nach Bruneck gegen den HC Pustertal gefordert.