„Nehmen jeden, der kommt!“

Marco Brucker im Interview der Woche über die Playoffs und die neue Kabine der LIWEST Black Wings

Mit sechs Scorerpunkten aus den vergangenen sieben Spielen etablierte sich Stürmer Marco Brucker zuletzt in der zweitgefährlichsten Angriffsformation der LIWEST Black Wings. Im Interview der Woche spricht der gebürtige Linzer über das Erreichen der Playoffs, mögliche Gegner im Viertelfinale und die neue Kabine der LIWEST Black Wings. (Interview fand vor dem Innsbruck-Spiel statt)

Servus Marco. Vergangenen Sonntag habt Ihr die Playoffs fixiert. Wie groß war die Freude in der Mannschaft?  

Marco Brucker: Wir waren sehr erleichtert, dass wir den Einzug endlich fixiert haben. Das Erreichen der Playoffs war schon lange unser Ziel. Noch geht es aber nicht los und wir konzentrieren uns voll und ganz auf die letzten zwei Spiele in der Qualifikationsrunde. Wir wollen nicht lockerlassen und uns für die Playoffs einstimmen. Wir wollen Schwung aufbauen, um damit ins Viertelfinale zu starten. Die Playoffs waren das große Ziel, jetzt schauen wir, wo die Reise noch hingeht.

Wie geht Ihr in die verbleibenden beiden Spiele im Grunddurchgang? Wird da noch viel ausprobiert?

Brucker: Wir dürfen nicht lockerlassen und müssen mit vollem Biss dahinter sein. Besonders die Special Teams mit Powerplay und Unterzahl können wir in solchen Spielen noch ein wenig austesten. Die zwei Spiele sind auf jeden Fall noch einmal eine Vorbereitung, um Systeme zu festigen. Es ist wie die Probe für den Ernstfall.

Zum zweiten Mal mussten die LIWEST Black Wings den Umweg über die Qualifikationsrunde nehmen. Wie denkt Ihr da darüber, dass es nicht direkt geklappt hat?

Brucker: Wir haben es genommen, wie es kam. Natürlich wäre es einfacher gewesen, sich direkt zu qualifizieren und unter den Top 5 zu sein. Für mich persönlich haben aber beide Seiten seinen Reiz. Wir sind unter Druck gestanden und waren gezwungen zu gewinnen. Man schaltet daher früher in diesen Überlebens-Modus. In der Pick Round geht es ja nicht um alles.

In der Pick Round passiert es also leichter, dass man den Spielrythmus verliert?

Brucker: Es kommt oft vor, dass Mannschaften oben einen Hänger bekommen. Das ist vor den Playoffs natürlich nicht optimal. Ich glaube aber, dass sobald die Playoffs starten, jeder in einen anderen Modus kommt. Da sollte es egal sein was vorher war. 

Der Gegner für das Viertelfinale steht noch nicht fest. Gäbe es von Eurer Seite einen Wunsch, gegen wen Ihr spielen möchtet?  

Brucker: Nein, gar nicht. Wir sind nicht in der Situation, um uns etwas zu wünschen. Wir werden ausgewählt oder bleiben als Gegner für Platz 4 über. Wir nehmen jeden, der kommt.

Es gibt also keinen Lieblingsgegner, gegen den Du am Liebsten spielst?

Brucker: Es gibt schon einige Mannschaften, die interessant wären. Im Endeffekt ist es aber komplett egal. Es ist zwar eine Floskel, aber im Playoff muss man jeden schlagen können, um Meister zu werden. Wenn man am Anfang ein starkes Team schlägt, hat man es in der Theorie, später leichter. Man kann es aber sehen, wie man möchte. Wenn man das große Ziel erreichen will, muss der Gegner egal sein.

Fix ist ja schon, dass die LIWEST Black Wings auswärts beginnen werden. Vor allem auswärts war es aber heuer nicht leicht für Euch. Wie könnt Ihr in einer Serie trotzdem bestehen?

Brucker: Wir tun uns vor allem dann leichter, wenn wir in einem Spiel in Führung gehen. Das fehlt uns auswärts öfter und ist ein Punkt, der uns besser gelingen muss.

Mit Dan DaSilva und Hunter Fejes hast Du seit einiger Zeit neue Linienkollegen und dadurch auch eine neue Rolle im Team. Wie geht’s Dir mit der Aufgabe in einer Scoringreihe?

Brucker: Ich fühle mich viel besser durch die viele Eiszeit, die ich jetzt bekomme. Ich fühle, wie mir der Trainer vertraut und mich auch im Powerplay einsetzt. Mein Spiel dreht sich jetzt viel mehr um den Puck selber. Ich bekomme mehr Scheibenbesitz und bin aktiver am Spiel beteiligt. Dadurch wird man sicherer, bekommt Selbstvertrauen und dann macht es einfach Klick. Es gelingen einem Tore, die einem vorher vielleicht nicht gelungen wären. 

War die Umstellung schwer? Was hat sich konkret geändert?

Brucker: Es waren schon einige Änderungen dabei. Am meisten macht aber wirklich die Eiszeit aus. Es ist schwierig, wenn man nicht so viele Wechsel hat und jedes Mal relativ kalt ins Spiel kommt. Je mehr man am Eis ist und aktiv am Spiel teilnimmt, desto wohler fühlt man sich. Dazu kommt der Ansporn zu dieser Jahreszeit, in der jeder Spieler den Willen hat zu gewinnen.

Wie lange soll denn Deine nächste Scoringstreak werden?

Brucker: Als ich zweimal hintereinander getroffen habe, war es für mich eine Überraschung. Das kommt bei mir ja nicht so oft vor. Nach dem dritten Mal habe ich dann schon ein wenig darüber nachgedacht. Da wollte ich dann am liebsten in jedem Spiel treffen. Solche Sachen kann man aber nicht planen. So wie es passiert, passiert es.

Wie schauen Deine Aufgaben im Powerplay aus?

Brucker: Von der Position her, sind meine Aufgaben genau gleich wie die von Dragan Umicevic. Das heißt im Grunde die Scheiben zu verteilen, Ruhe ins Spiel zu bringen und wenn sich die Möglichkeit ergibt, zu schießen.

Wächst in Dir der nächste Vorlagenkönig heran?

Brucker: Schauen wir mal. (lacht)

Vor Kurzem seid ihr in Eure neue Kabine gezogen. Fühlt ihr Euch schon wohl?

Brucker: Auf jeden Fall. Es ist ganz was anderes als früher. Es ist alles viel größer und es sind viele neue Bereiche dazu gekommen. Der neue Wellnessbereich und die große Kraftkammer, die jetzt bald fertig wird. Es ist alles da was man als Sportler braucht. Da können wir uns sehr glücklich schätzen.

Hast Du schon ein Lieblingsplatzerl gefunden?

Brucker: Wir haben einen neuen Tischtennistisch, bei dem bin ich sehr gerne. Auch unsere Lounge mit einem Fernseher ist sehr gemütlich.

Kann man sich bei dem Palast überhaupt noch auf das Eishockeyspielen konzentrieren?

Brucker: Auf jeden Fall. Ich glaube, dass uns das neue Umfeld unterstützt. Alles ist so schön und modern. Wir sind alle motiviert und kommen gerne in die Eishalle.

Wie ist denn so eine Kabine aufgeteilt, wer sitzt da neben wem?

Brucker: Es ist alles bunt durchgemischt. Die Spieler, die am längsten beim Verein dabei sind, durften sich als Erster ihre Plätze aussuchen. Meistens sitzen die nebeneinander, die den besten Draht zueinander haben. (mg)