Marek Kalus im Interview der Woche

Stürmer über das Spiel in Salzburg, die ersten Monate in Linz und über "König" Jaromir Jagr

Mit zwei Toren im Schlager gegen Salzburg war er einer der Schlüsselspieler, die am vergangenen Freitag für den ersten Saisonsieg der LIWEST Black Wings sorgten. Sein Treffer zur Führung nach nur 59 gespielten Sekunden markierte zudem das erste Tor der Stahlstädter 2019/20 in der Erste Bank Eishockey Liga. Im Interview der Woche blickt Stürmer Marek Kalus zurück auf eine intensive Partie, gibt Einblick in die Pausenansprache von Head Coach Tom Rowe und plaudert über seine Pläne für die Nachfolge von Tschechiens Eishockeykönig Jaromir Jagr. 

 

Servus Marek, gratuliere zu Deinen beiden Treffern am Freitag in Salzburg. Du hast beim Jubeln sehr glücklich und erleichtert ausgesehen.

Marek Kalus: Servus, ja ich habe mich natürlich sehr gefreut. Es waren meine ersten beiden Tore für die Black Wings und das in so einem wichtigen Spiel. Das war toll!

Wie hast Du das Match erlebt?

Kalus: Es war ein gutes Spiel, aber ich glaube wir können trotzdem noch besser spielen. Es waren wieder ein paar Strafen zu viel, aber für das zweite Spiel in dieser Saison find ich war es gut.

Nach den ersten hartumkämpften 40 Minuten, seid Ihr im letzten Drittel mit richtig viel Tempo aus der Kabine gekommen. Hat Head Coach Tom Rowe in der zweiten Pause irgendetwas Spezielles zu Euch gesagt?

Kalus: Nein, er hat uns nichts Besonderes gesagt. Er hat uns motiviert, hat gemeint wir dürfen noch nicht aufgeben. Wir sollten noch härter arbeiten und versuchen gleich ein schnelles Tor zu schießen. Ich glaube das ist uns ganz gut gelungen.

Linz gegen Salzburg hat sich ja mittlerweile zu einer Rivalität entwickelt. Für Dich war es Dein erstes „Derby“. Hast Du trotzdem schon diese besonderen Emotionen gespürt?

Kalus: Ja natürlich. Vor allem war ich extrem überrascht wie viele Linzer Fans mit nach Salzburg gekommen sind. Es hat sich wirklich wie ein Heimspiel angefühlt und das war unglaublich.

Hatten die Fans einen Einfluss auf das Spiel?

Kalus: Ja auf jeden Fall. Es motiviert dich, es gibt dir einen Extra-Kick, wenn das Publikum so hinter dir steht. Ich denke jeder Spieler möchte das erleben und es hilft extrem, vor allem natürlich, wenn du mal zurückliegst. Dann willst du nicht einfach aufgeben.

Seit zwei Monaten lebst Du jetzt hier in Linz. Gefällt es Dir?

Kalus: Ja es ist eine schöne Stadt, man kann viel machen. ich sehe viele Leute draußen Sport machen und das gefällt mir.

Hast Du schon ein Lieblingsplatzerl?

Kalus: Nein nicht wirklich. Ich gehe gerne in der Innenstadt spazieren, da tut sich immer was.

Du hast zuvor vier Jahre lang in Deinem Heimatland Tschechien gespielt. War es schwer für Dich nach dieser Zeit wieder in ein fremdes Land zu kommen? 

Kalus: Natürlich ist es hier eine ganz andere Kultur. Ich bin aber hier, um Eishockey zu spielen und bislang klappt alles super, deshalb war es kein Problem für mich.

Du stammst ja aus einer echten Eishockeyfamilie. Dein Vater (Anm. Petr Kalus sen.) und Dein Bruder (Anm. Petr Kalus jr.) haben selber lange gespielt. Ist da zwischen Euch eine Rivalität wer der Beste ist?

Kalus: (Lacht) Vielleicht ein bisschen, mein Bruder spielt jetzt nicht mehr aber natürlich wollten wir beide jeweils immer mehr Tore schießen als der Andere. Mein Vater und mein Bruder halten aber immer zu mir, wenn ich spiele und sie feuern mich an.

Warum ist Eishockey bei Euch in der Familie so populär?

Kalus: Mein Großvater hat eigentlich Fußball gespielt, mein Vater hat dann mit Eishockey angefangen und das gab er an uns weiter. Mein Bruder und ich haben nicht wirkliche eine Wahl gehabt. Wir sind aber generell eine sehr sportliche Familie. Ich mag Fußball auch, aber Eishockey ist mein Lieblingssport.

Was gefällt Dir am Hockey so?

Kalus: Ich mag es gegeneinander anzutreten. Ich mag es natürlich auch zu gewinnen. Eishockey ist einfach ein harter und umkämpfter Sport und es macht mir Spaß Tore zu schießen.

In Tschechien gilt Jaromir Jagr als das große Vorbild für viele Profi-Sportler. Ist er auch für Dich ein Idol?

Kalus: Ja natürlich, ich bin in Tschechien aufgewachsen und da war Jagr der absolute König. Ich bewundere auch viele Spieler aus der NHL, aber Jagr war mein erstes Idol und es gefällt mir wie hart er arbeitet und deswegen ist er mein Vorbild.

Jagr ist mittlerweile 47 Jahre alt und spielt immer noch professionell Hockey. Hast Du auch vor so lange durchzuhalten?

Kalus: (Lacht) Nein ich glaube nicht. 47 Jahre ist ein beachtliches Alter. Natürlich möchte ich solange wie es geht spielen.. und man weiß ja nie. (mg)