Inferiore Linzer kassieren derbe Klatsche bei den Caps


Black Wings erwischen einen rabenschwarzen Tag in Wien und kommen mit 0:8 unter die Räder.

Durch eine zerbrochene Scheibe beginnt das Duell Vienna Capitals gegen LIWEST Black Wings erst mit 20-minütiger Verspätung. Eine Verzögerung, die den Stahlstädtern offenbar nicht wohlbekommen ist. Nach einer desaströsen Abwehrleistung werden die Linzer regelrecht in alle Einzelteile zerlegt und müssen mit einer 0:8-Packung die Heimreise aus der Bundeshauptstadt antreten. Es ist bereits das achte Spiel in Folge, in dem die Stahlstädter vier oder mehr Treffer einstecken.

 

Ganz schwacher Start der Linzer

Head Coach Tom Rowe reagiert auf die schwachen Leistungen der letzten Spiele und nimmt innerhalb der Linien die ein oder andere Umstellung vor. Eine Maßnahme, die sich schon bald als wirkungslos herausstellt. Die Linzer sind von der ersten Minute an unter Druck und sind mit dem schnellen und schnörkellosen Spiel der Capitals überfordert. So dauert es auch nur bis zur vierten Minute, dass Zalewski ein schönes Zuspiel des Ex-Linzers Dorion zum 1:0 für die Gastgeber verwertet. Die Wiener zeigen sich in Spiellaune und halten das Tempo hoch. Die Stahlstädter machen es ihrem Gegner aber auch nicht allzu schwierig und sind in allen Bereichen viel zu passiv.

So gelingt es den Caps schon im ersten Drittel die Vorentscheidung herbeizuführen. Hackl trifft in der siebten Minute vom linken Bullykreis zum 2:0. Fünf Minuten später kurvt Olden ungestört hinter Kickerts Tor und bringt den Querpass zu Holzapfel, der die Scheibe zum 3:0 ins Tor lenkt. Dem nicht genug fangen sich die Black Wings auch noch einen Treffer in Überzahl ein. Die Wiener kontern über Wukovits, der mit einem strammen Schuss ins rechte Eck auf 4:0 stellt. 17:3 Torschüsse für die Wiener belegen die hochverdiente Führung der Hauptstädter nach den ersten zwanzig Minuten.

 

Capitals machen Sack zu

Zu Beginn des Mittelabschnitts kochen die Emotionen erstmals hoch. Nach einem Gerangel schicken die Referees die Wiener Wall und Flood und den Linzer Umicevic in die Kühlbox. Überzahl also für die Black Wings – doch an einem Abend wie diesem kann selbst die stärkste Powerplaymannschaft der Liga kein Kapital daraus schlagen. Die Offensivbemühungen der Oberösterreicher bleiben weiterhin ein „Lüfterl“.

Die Capitals hingegen bleiben dominant und bringen mit blitzsauberen Puckstafetten die Linzer Hintermannschaft immer wieder in Verlegenheit. Kichton überwindet mit seinem Schuss Linz-Goalie Stroj, der bereits nach dem 0:4 für Kickert aufs Eis gekommen ist. In der 34. Minute feuert Verteidiger Flood einen knallharten Schuss von der blauen Linie ab, Wall ist mit dem Schläger noch dran und macht das halbe Dutzend für die Hauptstädter voll. Es ist der erste Powerplay-Treffer der Partie, nachdem Kristler wegen Haltens auf der Strafbank verweilt. Mit dem 6:0 besteht kein Zweifel mehr, dass die Wiener im 122. Aufeinandertreffen den 63. Sieg über die Linzer feiern werden.

 

Gastgeber ohne Gnade

In der 45. Minute entlädt sich der ganze Frust der Stahlstädter. Plötzlich fliegen gleich auf mehreren Schauplätzen die Fäuste – quer über das Eis liegen Handschuhe und Stöcke verstreut. Die Unparteiischen haben alle Hände voll zu tun und schicken nach langem Videostudium je drei Spieler der Heim- und Auswärtsmannschaft in die Kühlbox. Die Hausherren fassen weniger Zeitstrafen aus und nützen das folgende Powerplay gnadenlos aus. Loney erzielt in Überzahl die Treffer sieben und acht für den befreit aufspielenden Tabellenzweiten.

In der Schlussphase beweisen Lebler und Co zumindest Moral und stemmen sich erfolgreich gegen weitere Gegentreffer. In der Offensive gelingt so mancher Spielzug, doch keiner dieser ändert noch etwas am Resultat, das mit 0:8 äußerst bitter ausfällt. Nur knapp schrammen die Black Wings an der höchsten Niederlage der Bundesligageschichte (0:9 in Zagreb im Jahr 2010) vorbei und rutschen somit auf den fünften Platz der EBEL zurück.

 

Vienna Capitals - LIWEST Black Wings 8:0 (4:0, 2:0, 2:0)
Tore: 1:0 Zalewski (4.), 2:0 Hackl (7.), 3:0 Holzapfel (12.), 4:0 Wukovits (15./SH), 5:0 Kichton (27.), 6:0 Wall (34./PP), 7:0 Loney (45./PP), 8:0 Loney (46./PP);
Erste Bank Arena – 5900 Zuschauer