"Ich wollte immer bei meinem Heimatverein spielen"

Stürmer Marco Brucker im Interview der Woche

Er ist ein echter Linzer und seit dieser Saison wieder zurück bei seinem Heimatverein. Am Sonntag hat er sein erstes Tor für die LIWEST Black Wings erzielt. Wir haben mit Marco Brucker über seine Jahre nach dem Weggang aus Linz gesprochen, wie es ist als Gegner in seiner Heimat zu spielen und wie es ist wenn man sich im Videospiel selber spielen kann. 

Marco, du bist gebürtiger Linzer und hast bei den Junior Wings mit dem Eishockey angefangen. Wie blickst du zurück auf deine ersten Versuche am Eis?

Marco Brucker: Ich habe mit 3 Jahren bei den Junior Wings angefangen und als Kind habe ich einfach nur Spaß gehabt am Eis. Mein Vater, der Trainer ist, hat mich zum Sport gebracht. Mit 14 musste ich mich dann entscheiden, ob ich professioneller Eishockeyspieler werden will oder nicht.

Du bist bereits in jungen Jahren weggegangen aus Linz. Erzähl kurz, wie waren deine Erfahrungen in Salzburg und beim KAC?

In Salzburg war im Training eine gute Qualität da, weil sie die besseren Spieler Österreichs alle geholt haben. Deswegen habe ich mich gut weiterentwickelt. Ich habe dann eine Zeit lang im Farmteam gespielt und bin dann in die Kampfmannschaft gekommen. Es war nicht einfach aber ich habe mich durchgebissen. Als ich keinen Vertrag in Salzburg mehr bekommen habe, hatte ich in Klagenfurt eine Chance erhalten. Es war unsicher, ob ich in der 1. Mannschaft spielen würde, aber ich habe reingebissen und es in die EBEL geschafft. 

War für dich immer der Plan eines Tages zurück zu den Black Wings zu kommen?

Ich habe immer wieder geschaut nach Linz zu kommen. Es war immer im Hinterkopf, dass ich irgendwann wieder mal in Linz spielen will. Für mich war immer klar, irgendwann möchte ich in der Heimatstadt spielen!

Wie war es für dich, all die Jahre als Gegner nach Hause zu kommen?

Meine engeren Freunde sind jahrelang Fans in Linz und waren immer bei den Heimspielen zuschauen, deswegen war es etwas Besonderes für mich, es war immer schön. Natürlich wird man als gegnerische Mannschaft ausgepfiffen aber es war trotzdem immer lässig.  

Ein bisschen hat’s gedauert aber am Sonntag hast du endlich dein erstes Tor für die Stahlstädter erzielt. Was ist dir da durch den Kopf gegangen?

Ich war überrascht, dass er reingegangen ist, muss ich ehrlich sagen. (lacht) Ich habe so lange darauf gewartet und mich dann einfach nur gefreut. 

Ist das noch spezieller in deiner Heimatstadt als woanders? 

Ich habe lange auf diesen Treffer gewartet, umso schöner war es, das 1. Tor vor Heimpublikum zu schießen. Aber ganz ehrlich: Mir war es wichtiger, dass wir als Mannschaft besser werden. Ein Tor zu schießen war nicht die Nummer Eins für mich aber natürlich trotzdem eine Erleichterung. 

Damit haben wir den Eishockey Spieler Marco Brucker kennen gelernt, was gibt es privat über dich zu Wissen? 

Ich mache sehr viel Sport. Fußball, Tennis oder Tischtennis. Vor zwei Jahren habe ich mit Golf angefangen – der Klassiker bei Eishockeyspielern (lacht). Sonst treffe ich mich mit Freunden, verbringe Zeit mit meiner Freundin, ich mache normale Sachen, die jedem Mensch Spaß machen. 

Du bist ja trotzdem für viele ein Vorbild und stehst im Rampenlicht, ist es da anders so alltägliche Dinge zu machen? 

Eigentlich nicht wirklich, natürlich wird man von den eingefleischten Fans ab und zu erkannt, aber für mich ist das einfach ganz normal. Ich fühl mich nicht als jemand Besseres und das will ich auch gar nicht. 

Spielst du auch Eishockey auf der Playstation? Wenn ja, hast du dich schon einmal selber gespielt?

(Lacht) Ja ich habs zu Hause und spiele öfters gegen Freunde mit österreichischen Teams und da war ich natürlich auch dabei. Wir sind aber als einzelne Spieler nicht so gut bewertet und da macht es nicht ganz so viel Spaß. 

Was möchtest du jungen Kids mitgeben, um Eishockey zu spielen?

Es ist nicht immer einfach in Österreich. Aber alles auf den Trainer zu schieben, ist immer die leichtere Variante. Ein Spieler hat immer eine Eigenverantwortung. Wenn du reinbeißt und gut spielst, dann kann dich der Trainer auch nicht übersehen.