Come on! Overtime-Triumph in Salzburg

Stahlstädter zeigen Charakter und ringen Red Bull Salzburg in der Verlängerung nieder.

Corona-bedingt wurde das Spiel der Steinbach Black Wings 1992 gegen den HC Bozen abgesagt. Nicht die einzige Absage an diesem Wochenende. Gleich mehrere ICE-Klubs durften nicht antreten und so wurde das Spiel der Linzer kurzfristig nach Salzburg verlegt. Gegen die Red Bulls zeigten die Stahlstädter vor allem in der Defensive eine tadellose Leistung und erkämpften sich einen verdienten 3:2-Sieg nach Overtime.

 

Wings drehen frühen Rückstand

In der Salzburger Eisarena entwickelt sich ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Und es sind die Hausherren, die ihre erste gute Gelegenheit zum Torerfolg nützen. Die Bullen befreien sich geschickt aus dem Forechecking der Linzer, kombinieren sich schnell ins Angriffsdrittel, wo Ex-Black Wings-Torjäger Schofield ein Zuspiel von Raffl zum 1:0 verwertet. Gleich im Anschluss fällt beinahe das 2:0, doch Kickert bleibt Sieger im Duell gegen Salzburgs Jungstar Peterka. In der sechsten Minute schlagen die Stahlstädter zurück. Matzka bringt aus spitzem Winkel die Scheibe vor das Tor, Lahoda lenkt entscheidend ab und darf sich somit über seinen ersten Ligatreffer im Trikot der Linzer freuen. Die Oberösterreicher werden nun stärker und haben bei einem Lattentreffer von Kozek Pech.

In der elften Minute muss Kapitän Lebler wegen eines Checks gegen den Kopf für zwei plus zwei Minuten vom Eis. Eine heikle Situation, doch die Red Bulls kassieren durch Schofield und Raffl ebenfalls Strafen und so halten sich die Linzer schadlos. Und nicht nur das. In Minute 16 fällt das 2:1 für die Black Wings. Umicevic scheitert erst mit seinem Schuss an Salzburgs-Goalie Eliasson, ehe er den Rebound an Brucker weiterleitet und dieser mit seinem ersten Saisontor einnetzt. Eine nicht unverdiente Führung. Die Linzer sind das bessere Team und haben auch in der Torschuss-Statistik mit 13:10 die Nase vorne.

 

Starke Defensive

Das Team von Pierre Beaulieu zeigt sich an diesem Abend in der Defensive stark verbessert. Konzentriert und kompakt in der Formation, lassen die Wings ihren Gegner nicht zur Entfaltung kommen. In der Offensive fehlt etwas Glück, denn in der 24. Minute verhindert nur Metall den Ausbau der Führung. Beaudoin, mit einem energischen Vorstoß, bringt den Puck in die Mitte, von wo ein Salzburger das Spielgerät an die eigene Latte lenkt. In der 31. Minute feuert Tikkinen einen knallharten Schuss aus dem tiefen Slot ab, Eliasson ist aber am Posten.

In der 38. Minute sind es die Mozartstädter, die den Ausgleich am Schläger haben. Eigentlich sind die Linzer im Angriff, doch ein unnötiger Fehlpass leitet den Gegenstoß ein. Schütz läuft alleine auf Kickert zu und scheitert nur knapp. 53 Sekunden vor Drittelende kassieren die Black Wings doch noch den Ausgleich. Raffl tankt sich auf der linken Seite durch. Über Hughes landet der Hartgummi bei Schofield, der aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich trifft und somit einen Doppelpack markiert. Bitter für die Stahlstädter, die eine gute Leistung zeigen und auch im Mittelabschnitt drei Torschüsse mehr als der Gegner abgeben (10:7).

 

Umicevic bricht den Bann

Die Linzer starten in Überzahl, da Schofield wegen einer Strafe, die er sich kurz vor Ende des Mittelabschnitts einfängt, auf der Strafbank sitzt. Lebler und Piché geben Schüsse ab, Tor will aber keines gelingen. In der Folge reißen die Red Bulls das Spiel an sich und üben viel Druck aufs Linzer Gehäuse aus. Immer wieder muss sich Kickert von seiner besten Seite zeigen. Brucker und Umicevic erhalten jeweils Minuten wegen Hakens bzw wegen Behinderung. Doch in beiden Unterzahlspielen verteidigen die Linzer konsequent und halten sich mit solidem Penalty Killing im Spiel.

In der Schlussphase drängen die Hausherren auf den Siegtreffer, doch immer wieder ist bei Kickert Endstation. In der 54. Minute scheitert Salzburgs Baltram im Eins-gegen-Eins gegen den Linz-Goalie. Auch Raffl und Rauchenwald können ihre Schüsse nicht im Tor versenken und so bleibt es beim 2:2 nach 60 Minuten.

In der anschließenden fünfminütigen Overtime starten beide Teams mit jeweils drei Spielern. Bei den Linzern stehen Lebler, Hytönen und Dorion auf dem Eis. Das Trio rackert, kann aber keine schnelle Entscheidung herbeiführen. Im Gegensatz zu Umicevic, der bei einem Konter mutterseelenallein auf Eliasson zuläuft und eiskalt zum 3:2-Sieg verwertet. Nicht unverdient, denn die Linzer zeigen eine starke Leistung, auch wenn Red Bull Salzburg am Ende etwas mehr vom Spiel hat und mit 32:29 mehr Torschüsse abgibt. Somit ist der Bann gebrochen. Nach fünf Niederlagen in Serie holen die Steinbach Black Wings 1992 endlich wieder einen Sieg. Die Bullen hingegen bleiben zum dritten Mal in Folge ohne Erfolgserlebnis.  

 

Ergebnis

Red Bull Salzburg - Steinbach Black Wings 1992 2:3 OT (1:2, 1:0, 0:0, 0:1)

Torschützen: 1:0 Schofield (4.), 1:1 Lahoda (6.), 1:2 Brucker (16.), 2:2 Schofield (40.), 2:3 Umicevic (64.);

Strafminuten: 8 bzw 14

Referees: Gruber, Smetana Nothegger, Seewald;

Eisarena Salzburg, 485 Zuschauer