Alexander Cijan: "Einfach, schnell und hart spielen!"

Neuzugang im ausführlichen Interview 

Mit seiner Erfahrung von zwei Meistertiteln für Salzburg und 260 Einsätzen in der Erste Bank Eishockey Liga war er der erste von insgesamt zehn Neuzugängen der LIWEST Black Wings für die kommende Saison. Nach einem kurzen Schockmoment, aufgrund einer Oberkörperverletzung in der ersten Trainingswoche, steht Alexander Cijan nun kurz vor seinem ersten Match für die Stahlstädter. Vorab plaudert der Stürmer mit uns im Interview der Woche über sein erstes Monat in Linz und gibt einen tiefen Einblick von außen in die aktuelle Vorbereitungsphase bei den Oberösterreichern. (Anm.: Interview fand vor dem Heimspiel gegen Straubing statt.)

Servus Alex, die wichtigste Frage gleich zu Beginn: wie geht es dir nach deiner Verletzung im Training? 

Alexander Cijan: Servus, danke mir geht’s gut. Ich bin zurück am Eis und gemeinsam mit den Trainern und den Ärzten schauen wir, wann ich endlich spielen kann. Das wird sich kurzfristig entscheiden. 

Abgesehen von deiner Verletzung, wie lief für dich dein erstes Monat in Linz? 

Cijan: Das lief richtig gut. Ich habe mich in Linz bereits gut eingelebt, wir haben eine super Mannschaft und vor allem ein gutes Mannschaftsklima. Auch die Stadt gefällt mir sehr. Es passt alles super und ich bin sehr glücklich, dass ich hier sein darf.

Wie ist dein persönlicher Eindruck bislang von deinen neuen Teamkollegen?

Cijan: Gut, wir sind eine gute Eishockeymannschaft, aber noch wichtiger kommt es mir schon jetzt vor, dass alle am gleichen Strang ziehen. Die Trainings sind super, der Einsatz ist wirklich bei jedem da und das taugt mir. 

Wie läuft‘s bislang im Training? 

Cijan: Die erste Woche hat mir voll getaugt endlich wieder am Eis zu sein, gemeinsam mit der Mannschaft. Es ist super gegangen, aber die Verletzung hat mich dann natürlich ausgebremst. Nachdem ich erfahren habe, dass es Gott sei Dank nicht so schlimm ist, hat mir das wieder Aufwind gegeben. 

Du hattest ja auch im vergangenen Jahr eine längere Verletzungspause. Wie ist es dir gegangen als du dieses Mal vom Eis musstest? 

Cijan: Es ist nie lustig, wenn man sich verletzt. Nach dem MRT war es aber absehbar wie lange es dauern wird und da war es für mich eine große Erleichterung. Zwei bis drei Wochen Pause sind nicht so schlimm und zum Glück habe ich kein Meisterschaftsspiel verpasst. So war es ganz gut, ich habe nach fast einer Woche wieder aufs Eis gehen können.

Währenddessen haben deine Teamkollegen bereits 5 Testspiele absolviert. Wie ist dein Fazit von außen? 

Cijan: Wir arbeiten jeden Tag an gewissen Sachen, nicht nur im Spiel. In jedem Training arbeiten wir an bestimmten Dingen und das taugt mir. Die Mannschaft haut sich immer rein, jeder Einzelne. Von den Spielen her, war es sehr lehrreich auch wenn die Ergebnisse noch nicht so gepasst haben. Wir haben richtig gute Gegner gehabt mit Augsburg und Chabarowsk aus der KHL. Das waren schon coole Spiele. 

Was klappt deiner Meinung nach jetzt schon gut und wo gibt es noch Verbesserungspotential?

Cijan: Am Anfang haben wir vor allem in unserer Defensivzone versucht viel Druck zu erzeugen, was teilweise schon richtig gut funktioniert hat. Des Weiteren klappt es bereits gut, dass wir geschlossen als Fünf-Mann-Einheit, mit viel Schwung aus dem eigenen Drittel herauskommen. Natürlich gibt es überall noch etwas zu verbessern, aber ein wichtiger Punkt sind auf jeden Fall die vielen Turnovers. Da verlieren wir derzeit einfach noch zu leicht den Puck. Die vielen Strafen sind natürlich auch ein Hauptpunkt, denn die kosten uns einfach extrem viel Kraft. 

Laut Head Coach Tom Rowe passieren diese Puckverluste, weil ihr derzeit noch viel ausprobiert. Wie siehst du das?

Cijan: Du kannst als Spieler natürlich nicht den selben Fehler fünfmal hintereinander machen. Aber ja, der Trainer lässt uns tatsächlich noch viel selber ausprobieren. Wir können selber austesten wo die Grenzen sind, was kann ich machen. Dadurch verbessert man sich auch schneller, als wenn dir irgendjemand die Handschellen anlegt und genau sagt du musst da und dort die Scheibe in die Ecken schießen. Genau dafür sind die jetzigen Spiele auch da, dass wir Sachen ausprobieren. Natürlich aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt, wo man dann sagen muss, zu viel Risiko darf man auch nicht nehmen. Da muss man halt abwiegen zwischen kreativ sein und das Limit kennen. 

Dein erstes Match für die Black Wings steht ja noch an. Welche Erwartungen hast du daran und an dich selbst? 

Cijan: Bei den ersten Spielen der Saison darf man nicht zu viele Erwartungen haben, was jetzt Tore oder Punkte angeht. Mein Ziel ist es einfach einmal richtig gut hineinzufinden. Das Timing finden, einfach, solide und hart zu spielen und wenn sich die Situation anbietet auch einmal was auszuprobieren. Ich will eisläuferisch viel Tempo ins Spiel bringen und mit meiner Schnelligkeit versuchen neuen Schwung hineinzubringen. (mg)